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Ernährung – von Anfang an gesund

Was soll ich heute nur wieder kochen? Schnell soll es meistens gehen, aber nach Möglichkeit auch noch gesund sein. Welche Ernährung ist für mein Kind die Beste? Ein paar kleine Tipps bekommen Sie hier ...

Optimale Ernährung für Säuglinge bis zum 6. Lebensmonat

Muttermilch ist und bleibt das Beste für Ihr Baby in den ersten Monaten nach der Geburt. Sie enthält alle wichtigen Nährstoffe sowie Abwehrstoffe gegen Infektionskrankheiten z.B. im Atemwegsbereich. Säuglinge mit erhöhtem Allergierisiko (wenn Eltern oder ein Geschwisterkind bereits Allergien aufweisen) sollten bis Ende des 6. Monats gestillt werden, da die Darmschleimhaut der Säuglinge bis zum 6. Monat noch nicht vollständig ausgebildet ist, sodass Allergene aus der Beikost leicht eindringen und das Baby sensibilisieren können.

Mamas Ernährung in der Stillzeit

Eine Diät ist während der Stillzeit tabu. Sie geben mit der Muttermilch Nährstoffe an Ihr Kind. Deshalb braucht Ihr Körper mehr Vitamine, Mineralstoffe und Energie. Essen Sie deshalb zusätzliche Portionen von Milch/Milchprodukten (200-250g), mageres Fleisch (40g), Vollkornbrot (1 Scheibe), Reis oder Nudeln (gekocht 1 Esslöffel) oder 1 kleine Kartoffel, Haferflocken (1 Esslöffel), Gemüse oder Salat (150g), Obst (100g). Trinken Sie täglich mindestens 2l Flüssigkeit: Mineralwasser, Obst-/Gemüsesaftschorlen, ungesüßte Kräuter oder Früchtetees.
Können oder möchten Sie nicht sechs Monate stillen, greifen Sie auf Säuglingsmilchnahrung (für Säuglinge aufbereitete Kuhmilch) zurück. Sie wird unterschieden in Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung. Mit „Pre“ gekennzeichnete Anfangsnahrungen sind der Muttermilch am ähnlichsten: sie sind dünnflüssig und sättigen nicht so anhaltend wie stärkehaltige Milch. Nach Angaben des Forschungsinstituts für Kinderernährung Dortmund (=fke) können Säuglinge damit nicht überfüttert werden. Mit „1“ gekennzeichnete Anfangsnahrung sind dickflüssiger und sättigender als die mit „Pre“, denn sie enthalten außer Milchzucker einen geringen Anteil Stärke. Beachten Sie hier genau die Packungsanweisungen, damit es nicht zu einer Überfütterung kommt. Ab dem 5. Monat können Sie Folgemilch verwenden – müssen aber nicht, denn Vitamine und Spurenelemente sind in allen Säuglingsmilchnahrungen enthalten. Dies heißt auch, dass die Milch nicht mit Saft, Obst oder Haferflocken angereichert werden. Babys mit einem hohen Allergierisiko (s.o.) sollten nur eine spezielle hypoallergene Nahrung (H.A.-Nahrung) bekommen. Gesunde Säuglinge müssen in den ersten 4 – 6 Monaten nichts zusätzlich trinken. Sollte es wegen heißen Temperaturen oder Fieber doch nötig sein, geben Sie Ihrem Kleinen am besten abgekochtes Leitungswasser oder kohlensäurefreies Mineralwasser.

Ernährung für Babys von 4/6 bis 12 Monaten

Um Ihr Baby mit den notwendigen Nährstoffen zu versorgen, reicht Milch alleine nicht mehr aus: die Zeit ist gekommen, um Ihrem Kleinen Beikost zu füttern. Geschickt ist es, mit einem Möhrenbrei zu beginnen, denn dieser schmeckt etwas süßlich und das mögen Babys ganz gern. Sie sollten zunächst eine Milchmahlzeit durch einen Brei ersetzen, z.B. mittags. Einen Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei können Sie selbst herstellen aus 90g Möhren / Fenchel / Kohlrabi / Blumenkohl / Brokkoli/Spinat, 40g frisch gekochten Kartoffeln, 20g magerem Fleisch, 30ml Vitamin-C-reicher Obstsaft/Wasser. Verzichten Sie darauf, den Brei zu würzen, denn Babys mögen den Brei am liebsten fad, weil ihre Geschmacksnerven noch sehr empfindlich reagieren. Bequemer ist es, auf Gläschen-Nahrung zurückzugreifen, die unter strenger Kontrolle schadstofffrei, mit Jod angereichert und qualitativ sehr gut hergestellt wird. Fleisch ist nach Ansicht des fke sehr wichtig, da der Eisenvorrat von Babys zwischen dem 5. und 7. Monat zur Neige geht und der Bedarf gleichzeitig steigt. Möchten Sie jedoch auf Fleisch verzichten, können Sie Ihrem Kind ab dem 6. Monat einen Gemüse-Kartoffel-Vollgetreidebrei zubereiten: 90g grünes Gemüse, 40g Kartoffeln, 10g Hafer- oder Hirseflocken, 30ml Vitamin-C-reicher Obstssaft (zur besseren Eisenverwertung), 20ml Wasser und 10g Butter.
Ab dem 6. Monat kann zur optimalen Calciumzufuhr eine zweite Breimahlzeit am Abend eingeführt werden, z.B. ein Vollmilch-Getreide-Brei: 200ml Vollmilch (3,5% Fett), 20g Vollkorngetreideflocken, 20ml reiner Orangensaft (kein Nektar oder Fruchtsaftgetränk). Von „Frischkornmilch“ oder dem Getreidetrunk „Kokkoh“ ist wegen Gesundheitsrisiken (sie können krankheitsauslösende Keime enthalten) unbedingt abzuraten. Industriell hergestellte Milchbreie sind umso besser, je weniger Zutaten sie enthalten.
Eine Nachmittagsmahlzeit kann im 7. Monat durch einen milchfreien Obst-Getreide-Brei ersetzt werden. Und mit etwa 10 Monaten ist das Kind von der Entwicklung her soweit, dass es an Familienmahlzeiten mitessen, aus einer Tasse trinken und ein Brot essen kann. Zunächst muss das Essen noch püriert werden und mit etwa 12 Monaten genügt es, das Essen mit der Gabel zu zerdrücken.

Wissenswertes zu Babys Nahrung

• Bei industriell hergestellten Breien werden die Zutaten in absteigender Reihenfolge genannt, d.h. die Zutat, die an oberster Stelle steht, ist mengenmäßig am größten im Gläschen oder in der Verpackung.
• Babys mögen Abwechslung nicht besonders – es muss also nicht jeden Tag ein anderer Brei sein. Ein Grund hierfür liegt eventuell sogar darin, dass sich Babys Verdauung erst an neue Geschmacksrichtungen und Inhaltsstoffe gewöhnen muss. Deshalb also lieber langsam, nach und nach neue Inhaltsstoffe einführen.
• Joghurt und Quark sollten aufgrund des hohen Eiweißgehaltes (der die Niere belastet) erst nach dem 1. Geburtstag gefüttert werden.
• Babys dürfen maximal ein durchgekochtes und hartes Ei pro Woche essen.
• Da Honig schädliche Bakterien enthalten kann, darf dieser Kindern ebenfalls erst nach dem 12. Monat gegeben werden.
• Kuhmilch ist als Muttermilchersatz im 1. Lebensjahr tabu, weil sie zu viel Eiweiß und Mineralstoffe sowie zu wenig mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Spurenelemente enthält. Um die Calciumzufuhr zu gewährleisten, kann eine Breimahlzeit mit Vollmilch zubereitet werden (s.o.).

Optimale Ernährung für Kinder ab einem Jahr

Nach dem ersten Geburtstag können und sollen Kleinkinder am Familienessen teilnehmen. Spezielle Produkte sind nicht notwendig. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund bringt regelmäßig Empfehlungen heraus, wie die Ernährung für Kinder im Idealfall aussehen sollte. Dabei wird nicht auf Süßigkeiten, etc. verzichtet: sie sollten vielmehr genauso wie Marmelade, Honig oder Zucker in Maßen gegessen werden. Die vom Forschungsinstitut zusammengestellte „Optimierte Mischkost“ entspricht dem heutigen Wissen über die richtige Ernährung von Kindern und Jugendlichen. Sie heißt optimiert, weil diese Kost den Bedarf an allen Nährstoffen deckt und gleichzeitig den sog. Zivilisationskrankheiten (Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Osteoporose, Gicht) vorbeugt. Optimal ist, wenn Kinder reichlich pflanzliche Lebensmittel (Obst, Brot), mäßig tierische Lebensmittel (Milch, Fleisch), wenig fettreiche Lebensmittel (Butter) und sehr wenig Süßigkeiten/Kuchen/… essen. Dabei ist darauf zu achten, dass Kinder viele Vitamine bekommen, z.B. im Obst, Gemüse, Milch, Fisch.

Ist eine optimale Ernährung auch vegetarisch möglich?

Mit einer ausgewogenen vegetarischen Ernährung kann der Nährstoffbedarf aller Altersgruppen leicht gedeckt und Zivilisationskrankheiten vorgebeugt werden. Der einzige kritische Nährstoff ist Eisen, denn der Körper das in Pflanzen enthaltene Eisen vergleichsweise schlecht verwerten und Fleisch verbessert diese Bioverfügbarkeit aus Pflanzen. Ein hoher Eisengehalt kommt in Vollkorngetreide, z.B. Hafer oder Hirse, und daraus hergestellten Produkten wie Vollkornbrot vor. Milch vermindert die Bioverfügbarkeit sogar. Verbessert wird die Bioverfügbarkeit jedoch durch gleichzeitig aufgenommenes Vitamin C, z.B. im Orangensaft. Sinnvoll ist es, eisenreiche pflanzliche Lebensmittel mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln zu kombinieren; z.B. Müsli aus Vollkornprodukten mit Orangensaft oder Frischobst; Orangensaft (ca. 100ml) oder Frischobst bzw. Gemüserohkost zur Brotmahlzeit mit Vollkornbrot. Eine streng vegetarische Ernährung, also ohne jegliche tierische Produkte (auch Milch und Eier) ist für für Säuglinge, Kinder und Jugendliche sowie Schwangere und Stillende STRIKT ABZULEHNEN und eine Beratung durch den Kinderarzt in jedem Falle nötig!

Wieviel essen Kinder und wie oft?

Vorschulkinder können Erwachsenenkost problemlos mitessen. Allerdings vertragen kleine Kinder schwer Verdauliches wie Hülsenfrüchte, sehr Fettes, stark Geröstetes oder scharf Gewürztes noch nicht in größeren Mengen. Da die Energievorräte bei kleineren Kindern schnell aufgebraucht sind, sollten Vorschulkinder regelmäßig essen (5 Mal am Tag) und dazu reichlich trinken.

Kinderlebensmittel

Sinnvollerweise unterscheidet man zwischen Kleinkinderlebensmitteln (1-3 Jahre) und Kinderlebensmitteln (ab 3 Jahren): während für erstere Ernährungserfordernisse existieren – Kleinkinderlebensmittel unterliegen in Deutschland der Diätverordnung, die u.a. Mindestwerte für Rückstände und Schadstoffe festlegt, gilt diese Verordnung für Kinder ab 3 Jahren nicht. Die Angebotspalette umfasst nachstehende Produktgruppen:
• Milchprodukte: Fruchtjoghurt, Milchmischgetränke, Frischkäse- und Quarkzubereitungen
• Brotbelag: Nuss-Nougat-Cremes, Schokoladencremes, Wurst
• Süßigkeiten: Milchschnitte, Müsli-, Nuss-, Schokoriegel, Schokolade, Vitaminbonbons
• Frühstückscerealien: Knusperflocken verschiedener Art
• Getränke: calciumangereicherte Säfte, Multivitaminsäfte, Limonaden
• Fertiggerichte: Nudelsuppen, -gerichte, Pizza
Kinderlebensmittel unterscheiden sich bezüglich der Zutaten und des Nährstoffgehalts nicht von herkömmlichen Lebensmitteln. Sie enthalten auch nicht besonders viel Vollmilch (wie die Werbung verspricht), sondern Magermilch-, Süßmolkenpulver, Butterreinfett oder gezuckerte Kondensmilch. Sie sind jedoch kleiner, haben eine aufwendige Verpackung und sind oft mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert – was ernährungsphysiologisch nicht nötig ist. Sie enthalten oft zu viel Zucker und Fett, was zu Übergewicht führen kann, wenn ausreichend Bewegung fehlt. Außerdem sind sie teurer als vergleichbare Normalprodukte. Auf Kinderlebensmittel kann daher bedenkenlos verzichtet werden.

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