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Fremdspracherwerb im frühen Kindesalter

Geht man in einen Kindergarten, so lachen einem dann und wann Anzeigen entgegen, die die Eltern dazu auffordern, ihren Kindern eine Fremdsprache – meist Englisch – lernen zu lassen. Für interessierte Eltern stellen sich verschiedene Fragen: Soll ich mein Kind dahin bringen? Ist es nur noch ein weiterer Termin, im sowieso viel zu straff angelegten Terminkalender des Kindes? Lohnt sich dieser Aufwand? Andere Eltern wiederum bringen ihr Kind nur zu einem solchen Kurs, weil es momentan „in“ ist, man scheint seiner Zeit voraus zu sein.

Biologisch gesehen ist ein früher Fremdsprachenerwerb nur sinnvoll, da das Gehirn mehr neuronale Verknüpfungen eingeht. Durch die Erfahrung, die das kleine Kind mit anderen und vom Deutschen sehr verschiedenen Sprachen (wie beim Französischen, im Gegensatz zum Englischen) macht, bilden sich vorteilhafte Hirnstrukturen aus, die das Erlernen weiterer Fremdsprachen erleichtern. Je später eine Zweitsprache erlernt wird, desto mehr ist der Lerner auf bereits bestehende neuronale Verbindungen angewiesen. Findet also früher eine größere neuronale Vernetzung statt, ist das Gehirn einerseits flexibler in der „Wegauswahl“ und andererseits können mehr Wege in einem eventuellen Dritt- oder Viertspracherwerb benutzt werden – dies wirkt sich auch positiv auf weitere Aspekte der Intelligenz des Kindes aus.

Die Globalisierung mit ihren multikulturellen Gesellschaften fordert ein interkulturelles Verständnis aller. Deshalb kann ein „Fremdsprachenunterricht“ hier sicher gute Basisarbeit leisten, nicht alleine, um Vorurteilen und Feindlichkeiten gegenüber Fremden vorzubeugen.

Es ist nicht immer einfach, aus den vielen Angeboten, die (fast) alle mit den tollen Erfolgen verlocken (500 Wörter in nur 1 Monat – oder so ähnlich) ein wirklich gutes herauszufinden. Hilfe sollen Ihnen hierbei nachstehende Aspekte geben. Aufgrund der Sprachentwicklung und des Fremdspracherwerbs von Kindern lassen sich folgende Kriterien für einen guten frühen „Fremdsprachunterricht“ ableiten: Es sollte

  • der Fremdspracherwerb in einem Sprachbad, d.h. dass die Kinder in der Sprache, dass alles in der fremden Sprache erfahren werden kann – auch nonverbale Gesten/Mimik – erfolgen,
  • Natürlichkeit am Sprachaneignungsprozess walten, d.h. dass die Sprache am besten in der alltäglichen Kommunikation gelernt wird, z.B. in einer Spielgruppe
  • das Prinzip „eine Person – eine Sprache“ gelten (diese Rolle kann z.B. auch eine englischsprechende „Puppe“ übernehmen).

Informationen über Kindergärten und deren Fremdsprachenangebot oder über private Fremdsprachenprogramme erhalten Sie bei Ihrer Stadt, Gemeinde, im Landratsamt beim Kinder- und Jugendamt oder im Branchenbuch bei Englisch-/Spanisch-/Italienischkursen

Außerdem gibt es hier Informationen zu speziellen Programmen:
www.mortimer-english.de/htm_inh/inhalt02.htm: hier wird der Mortimer English Club vorgestellt (für Kinder ab 2 Jahren)
www.helendoron.com oder hdee.de: hier wird jeweils das Programm von Helen Doron vorgestellt, das bereits in den späten 1980er Jahren für Kinder ab 2 Jahren konzipiert wurde
www.fmks-online.de: die Website des Vereins für frühe Mehrsprachigkeit
www.bildungsserver.de: Infos nach dem neuesten Stand der Forschung (bei Sucheingabe z.B. von Fremdspracherwerb)
www.Nurseryschool.de: hier gibt´s Infos zu einer Nurseryschool in Eching (bei München)

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