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Kindersichere Umgebung

Welche Eltern wünschen sich nicht, dass Ihre Kinder sicher groß werden. Das meiste liegt dabei auch in ihren Händen. Sie können das Haus/die Wohnung zu einem sicheren Ort für Ihr Kind machen. Wie? Einige Tipps bekommen Sie folgend, weitere entnehmen Sie den Buch- und Internettipps am Ende des Textes.

Verhalten Sie sich möglichst umsichtig

Lassen Sie Ihr kleines Kind NIE allein, auch nicht, um schnell einmal die Tür zu öffnen.
• Lassen Sie Ihr Kleinkind nie unbeobachtet auf dem Wickelplatz; legen Sie es notfalls, z.B. wenn das Telefon klingelt, auf den Boden, damit es nicht auf den Boden fallen kann.
• Auf dem Spielplatz müssen Sie Ihr Kleinkind immer im Auge behalten, denn hier lauern überall Gefahren für ein kleines Kind.
• An Feuerstellen sind Kinder grundsätzlich zu beaufsichtigen: Herd, Grill, Kamin

Schaffen Sie ein möglichst sicheres Umfeld

Treppen
• Treppen mit Rutschleisten versehen
• Treppen-/Türschutzgitter: verhindern, dass baby nicht mal schnell die Treppe „runterkrabbeln“ kann, wenn Sie einen kurzen Augenblick nicht hinsehen.

Kinderbett
• Verzichten Sie in den ersten Wochen auf ein Kopfkissen, denn bei kleinen Babys ist der Reflex noch nicht ausgebildet, der zum Wegdrehen animiert, wenn man keine Luft mehr bekommt. Es besteht als erhöhte Erstickungsgefahr.
• Kinderstockbetten: werden von Kindern nicht nur zum Schlafen benutzt, deshalb gibt es einiges zu beachten, um schwere Verletzungen beim Herumtoben zu vermeiden
o Möbel oder Einrichtungsgegenstände haben in der Nähe eines Stockbettes nichts verloren
o An allen vier Seiten des Bettes sind ausreichend hohe Absturzsicherungen anzubringen
o Ein dicker Teppich mit Gleitschutz dämpft Stürze, falls die Kleinen mal daneben treten
o Die Stockbetthöhe sollte 160 cm nicht überschreiten
o Das obere Bett sollten Kinder erst ab einem Alter von sechs Jahren benützen
o Von der Matratzenoberfläche bis zur Geländeroberkante sollten mindestens 16 cm Höhe eingehalten werden. Beachten Sie dies auch beim Matratzenkauf
o Verankern Sie Ihr Stockbett mit Stahlwinkeln in der Wand
o Verbinden Sie die Leiter fest mit dem Bett, denn transportable Aufstiegshilfen rutschen leicht weg

Elektro
• Regelmäßige Kontrollen aller Elektrokabel auf schadhafte Stellen
• Kindersicherung für Steckdosen
• Herd durch Schutzgitter sichern; Töpfe und Pfannen auf hintere Herdplatten mit Stiel nach hinten stellen

Einrichtungsgegenstände
• Eckenschutz an scharfen Kanten und Ecken
• Fenster mit kindersicheren, abschließbaren Griffen, evtl. Gittern versehen
• Gitter und Geländer an Balkonen und Treppen mit einem Abstand der Gitterstäbe von nicht mehr als 10 cm wählen
• Regale und Schränke gegen Umstürzen sichern

Sonstiger „Kleinkram“ in der Wohnung
• Halten Sie kleine Gegenstände, die vom Säugling und Kleinkind verschluckt werden könnten (z.B. Nüsse, Perlen, Knopfbatterien), fern
• Entfernen Sie Stolperfallen wie Kabel, rutschende Teppiche etc.
• Bewahren Sie Medikamente, Haushaltsreiniger, Pflanzenschutzmittel und Düngemittel vor Kindern sicher verschlossen auf
• Verstauen Sie Alkohol, Rauchwaren, Streichhölzer und Feuerzeuge kindersicher
• Plastiksäcke und –taschen dürfen für Kinder nicht zugänglich sein
• Räumen Sie scharfe Gegenstände (Messer, Gartengeräte, Werkzeug usw.) nach Gebrauch weg und bewahren Sie diese immer außer Reichweite der Kinder auf
• In der Badewanne und Dusche sind rutschhemmende Unterlagen sinnvoll
• Verzichten Sie auf Lampenöle
• Verzichten Sie auf Tischdecken
• Entleeren Sie immer Ihre Aschenbecher

Im Garten
• Sichern Sie stehende oder fließende Gewässer (Pool, Teich, Bach, Regentonne etc.) durch Abdeckungen oder Schutzgeländer
• Verzichten Sie auf giftige Pflanzen und Sträucher

Kinderkleidung
• Hängen Sie Ihrem Kind nicht die Schnur des Schnullers um den Hals und auch keine Halsketten
• Achten Sie beim Kauf von Kinderkleidung darauf, dass keine Kordeln in der Nähe des Halses sind, denn immer wieder strangulieren sich Kinder, weil sie mit den Kleidungsstücken irgendwo hängen bleiben
• Kaufen Sie vor allem in der kalten und dunkleren Jahreszeit Jacken mit reflektierenden Streifen

In der Freizeit und auf der Straße
• Tragen Sie beim Sport Schutzausrüstung: z.B. beim Inline-Skating: Helm, Knie-, Ellenbogen- und Handgelenkschutz; beim Schwimmen/Bootfahren: Schwimmweste
• Tragen Sie bei Dunkelheit gut reflektierende Kleidung
• Überprüfen Sie die Betriebssicherheit des Fahrrads regelmäßig
• Beim Radfahren stets einen Fahrradhelm tragen
• Versehen Sie Ihr Fahrrad mit Kindersitz und Radspeichenabdeckung
• Im Auto
• Im Auto TÜV-geprüfte Kindersitze und Babywannen benutzen; Sitze durch Gurt fixieren

Laufgitter
Setzen Sie Ihr Baby in den Laufstall, wenn Sie einmal das Zimmer verlassen. Der Laufstall dient einerseits zu seinem Schutz, wenn gerade niemand aufpassen kann und andererseits ist es ein abgegrenzter Spielbereich des Babys, in dem das Baby Herr seines Spielzeugs ist.

Kinderhochstuhl
Hier wird Ihr Kind nicht nur optisch Mitglied am Mittagstisch, indem es genauso groß wird die anderen Familienmitglieder, hier sitzt es auch sicherer als auf einem Erwachsenenstuhl, der mit Hilfe von Kissen erhöht wird. Allerdings dürfen Sie Ihr Kind auch hier nie unbeaufsichtigt lassen, denn es könnte durch den Sicherheitsbügel rutschen, hängen bleiben und ersticken oder es klettert raus – egal wie groß oder klein oder dick oder dünn es ist.

Tiere
Haben Sie bereits vor der Geburt des Kindes Haustiere, ist ein bestimmtes Verhalten notwendig. So reagieren Hunde mitunter eifersüchtig auf die Ankunft Ihres Babys und brauchen eventuell mehrere Monate, bis sie das Kind akzeptieren. Deshalb dürfen Sie Ihren Vierbeiner nicht von der Familie ausschließen, indem Sie ihn vom Kind getrennt halten oder ihn nicht mehr beachten. Im Gegenteil: gönnen Sie Ihrem Hund auch ein paar Extra-Streicheleinheiten und lassen Sie ihn am Familienleben teilhaben. Lassen Sie Ihr Kind dennoch nie unbeaufsichtigt mit dem Hund alleine.
Bei einer Katze müssen Sie darauf achten, dass sie nicht in einem unbeobachteten Moment ins Kinderbett springt und sich auf das schlafende Kind legt: Erstickungsgefahr!
Entwurmen Sie Hund und Katze regelmäßig und vermeiden Sie Ungezieferbefall durch spezielle Pflegemittel – in Absprache mit Ihrem Tierarzt.
Ist Ihr Kind im Krabbelalter? Dann lassen Sie Futternäpfe nicht auf dem Boden stehen – denn was für Ihr Haustier gut ist, könnte Ihrem Kind sehr schaden.


Üben Sie mit Ihrem Kind unfallverhütende Verhaltensweisen

• Üben Sie mit Ihrem Kind den Umgang mit gefährlichen Gegenständen wie Schere oder Messer
• Lernt Ihr Kind frühzeitig Schwimmen, kann es dies eher und ist so vor dem Ertrinken sicher(er)
• Üben Sie richtiges Verhalten im Straßenverkehr - das Kind als Fußgänger und das Kind als Radfahrer – bereits frühzeitig. Schon ganz kleine Kinder (ab ca. 18 Monaten) sollten lernen, dass man erst stehen bleibt und nach Autos sieht, bevor man über die Straße geht – so werden diese Vorgänge verinnerlicht. Wichtig ist auch, dass das Kind die Verkehrssituation vor dem eigenen Haus kennt, denn die meisten Unfälle mit Kindern im Straßeverkehr passieren in nächster Umgebung der elterlichen Wohnung.
• Erziehung zum richtigen Umgang mit Tieren, denn Tiere lassen sich (zum Glück) nicht alles gefallen und die Reaktion eines Tieres ist nicht vorhersehbar – und auch wenn das Kind eine Aktion lieb meint, kann das Tier aggressiv reagieren.

Erste Hilfe

Legen Sie sich neben Ihr Telefon die Notrufnummern. Dann können Sie einfach wählen, ohne groß nachzudenken. Denn selbst eine so kleine Nummer (für Deutschland) wie 112 (Feuerwehr) oder 110 (Polizei) oder 19222 (Krankenwagen) wird in einem Notfall schnell vergessen. Die Giftnotrufnummer erhalten Sie bei Ihrem Kinderarzt, in der Apotheke oder in Ihrem Telefonbuch.
Ein kleiner Hinweis:
Sicher können wir Ihnen hier im Internet einige nützliche Tipps geben, was Sie bei der Gestaltung Ihrer Wohnung beachten sollten, damit Sie kindersicher ist. Dies impliziert aber nicht, dass Ihrem Kind nun nichts passiert. Und für den Fall der Fälle ist es ratsam, ein Erste-Hilfe-Buch zuhause zu haben oder sich einige Maßnahmen aus dem Internet z.B. hier oder unter unten stehenden Adressen herunterzuladen, denn Sie werden nach einem Unfall nicht die Zeit und die Muße haben, den Computer anzuschalten, ins Internet zu gehen und dort nach Erste-Hilfe-Maßnahmen zu suchen.
Äußerst hilfreich ist auch ein Erste-Hilfe-Kurs speziell für Kinder, der von verschiedenen Sozialdiensten, z.B. Johanniter, Malteser angeboten wird.

B u c h t i p p
Erste Hilfe bei Kindern von Hofmann, Dagmar und Ulrich: ein GU-Kinder-Ratgeber: hier finden Sie sämtliche Notfälle von A(temnot)-Z(eckenbiss), teilweise mit bebilderten Erste-Hilfe-Maßnahmen und mit einer Notfallkarte, auf denen die wichtigsten Maßnahmen bei Bewusstlosigkeit sowie die wichtigsten Notrufnummern für Deutschland, Österreich und die Schweiz

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