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Babys Zimmer: harmonisch und mitwachsend

Kinder sind stolz auf ihr eigenes Zimmer, auch wenn sie es in den ersten Jahren nicht so bespielen wie das gemeinsame Wohnzimmer oder die Küche. Dennoch ist es von Beginn an ratsam ein gesondertes Babyzimmer zu haben – hier kann Ihr Baby in aller Ruhe ausruhen und schlafen.

Spielzeit und -raum

Kinder können parallel verschiedene Spiele spielen; bestehen Sie deshalb nicht immer auf ein sofortiges Aufräumen, weil das Kind wahrscheinlich nochmals zum 1. Spiel zurückkehrt. KLEINE Kinder brauchen VIEL Platz zum Spielen und Großen würde auch ein kleines aber eigenes Reich genügen. Sie sehen also: jede kindliche Entwicklungsphase stellt eine andere Anforderung an das Kinderzimmer
bis 2 Jahre: da das Kind gefühlsmäßige Bindungen an Bezugspersonen aufbaut, Urvertrauen erwirbt und die motorische Koordination ausbildet, ist die Nähe zu den Bezugspersonen sehr wichtig. Das Kind benötigt einen ruhigen Raum ebenso wie Dinge zum Ergreifen und Platz zum Krabbeln.
2-6 Jahre: in diesem Alter wächst das Gefühl von Autonomie und die Eigeninitiative. Das Kind eignet sich die Umwelt im Spielen an und benötigt deshalb Platz zum ungestörten Spiel, d.h. eine große Spielfläche und Material zum Spielen.
6-12 Jahre: nun steht das Zusammenspiel mit Gleichaltrigen im Vordergrund, schulische Leistungen und die Leistungsmotivation. Aus diesem Grund werden nun noch größere Spielflächen zum gemeinsamen Spielen, Platz für Schulfreunde und Platz für die Hausaufgaben gebraucht.
12-18 Jahre: Ausbildung des eigenen Lebensstils, Identitätsfindung, Autonomie (von den Eltern) und das Finden eines Lebenspartners kennzeichnen diese letzte Kindheitsphase. Teens benötigen also einen eigenen Raum mit maximaler Entfernung von den elterlichen Aufenthaltsräumen, der nach eigenen Ideen gestaltet werden kann.

Geschwister

Wird ein Kinderzimmer von zwei Kindern benutzt, kann es (später) mit einem Raumteiler/Leichtbauwand geteilt werden. Wohnungen mit zwei Kinderzimmern können (so lange die Kinder klein sind) in ein gemeinsames Spiel- und Tobezimmer sowie ein etwas abgelegeneres Ruhe- und Kinderschlafzimmer genutzt werden. Spätestens jedoch mit dem Schulbeginn eines Kindes sollten die Kinder getrennte Zimmer bekommen.

Bodenbeläge

Strapazierfähig, einfach zu reinigen, warm, schadstoffarm und bequem ist in Kinderzimmern angesagt. Deshalb eignen sich in diesen Räumen vor allem Holz- oder Parkettböden (sehr laut!), Linoleum/Kork oder Kokosfasern.

Wände- und Farbgestaltung

Sanfte Farben schaffen eine ruhige Atmosphäre und lassen Raum für eigene Ideen. Außerdem wirkt das Zimmer größer, v.a. wenn nicht alle Wände gleich sind. Eine große Farb- und Mustervielfalt jedoch lässt ein Zimmer schnell klein und überladen wirken. Anregend auf Kinder wirken helle Blau-, Grün-, Orange- oder Gelbtöne. Bei Farben und Lacken muss unbedingt auf deren Gesundheitsverträglichkeit geachtet werden. Unser Tipp: lesen Sie entsprechende Testberichte durch (z.B. test, ÖKO-TEST) und verwenden Sie in jedem Fall lösungsmittelfreie Lacke und Farben.

Beleuchtung

Idealerweise lassen große Fenster viel Tageslicht ins Kinderzimmer. Bei dämmrigem Licht sorgen große Deckenleuchten für eine gleichmäßige Beleuchtung des Raumes. Spots und Strahler können für Kinder oft unheimliche Schlagschatten verursachen und/oder beim Spielen blenden. Besser ist eine punktuelle Lesebeleuchtung am Bett und/oder Schreibtisch: das Arbeitslicht sollte bei Rechtshändern von links und bei Linkshändern von rechts kommen.

Schalldämmung

... wird durch Möbel, weiche Bodenbeläge und dicke Vorhänge erreicht – notfalls können Vorsatzschalen (Baumarkt) an der Wand angebracht werden.

Möbel

Von Kindermöbeln, die schon beim vorsichtigen Rütteln im Geschäft schwanken und quietschen lassen Sie besser die Finger. Kaufen Sie anstelle verschiedener preiswerter Möbelstücke lieber wenige haltbare Möbel. Sinnvoll sind insbesondere umbaufähige Möbel, z.B. Babybetten. Und darauf sollten Sie beim Kindermöbelkauf achten (bis 6 Jahre):
a) Haben die Möbel abgerundete Kanten?
b) Sind Türen leicht und weit zu öffnen und lassen sie sich schließen ohne zuzuschnappen?
c) Sind Schubläden leicht zu öffnen bzw. zu schließen und: sind sie gegen Herausfallen zu gesichert?
d) Sind die Oberflächen leicht zu säubern?
e) Ist das Programm erweiterbar (d.h. können später noch Teile hinzugekauft werden)?

Betten

Das wichtigste am Bett ist die Matratze: sie sollte in jedem Fall neu gekauft werden, wenn sie schon älter und/oder sehr oft benutzt wurde. Der kleine Körper sollte gleichmäßig aufliegen können und keine Mulden bilden (=> dann ist die Matratze zu weich). Wenn beispielsweise der Kern fest ist, kann die Oberfläche ruhig weicher sein. Betten dienen Kindern nicht nur als Schlafplatz: da wird getobt, gehüpft und geklettert – ein guter, stabiler Lattenrost ist daher angebracht. Hochbetten (für Kinder ab 6 Jahren) lassen ein doppelte Raumnutzung zu: unter dem Bett ist Raum für ein zweites Bett, den Kaufmannsladen, die Räuberhöhle oder einfach nur zum Spielen und Toben. Die Höhe sollte hier so gewählt sein, dass die Kinder genügend Platz haben, um in ihr Bett zu kommen und nicht reinkriechen zu müssen.


Als besonders harmonisch gilt eine Gestaltung des Kinderzimmers nach der Feng Shui-Lehre …

Feng Shui

Feng Shui ist die chinesische Lehre des harmonischen Wohnens, die schon im Zimmer für die Kleinsten positiv eingesetzt werden kann. Hier bekommen Sie einige Tipps und Anregungen für die Gestaltung Ihres Babyzimmers.
In der Vorfreude auf das Baby beginnt man meist mit der Einrichtung des Kinderzimmers bereits in der Zeit vor der Geburt und genießt dies erfahrungsgemäß in vollen Zügen. Ein Kinderzimmer sollte sorgfältig geplant werden, damit sich Ihr Baby in seinem ersten Raum auch richtig wohl fühlt.
Durch das eigene Babyzimmer erfährt das Kleinkind einen ersten sanften Abnabelungsprozess, der auch wichtig ist für seine weitere Entwicklung. Ein eigener Raum schafft bereits schon im Babyalter die – noch unbewusste Erfahrung, dass das Baby als eigenständiger Mensch mit eigenen Bedürfnissen anerkannt wird. Das „eigene Revier“, selbst wenn Mutter und Vater häufig noch im Raum sind, stärken das Selbstvertrauen und die Identität des Kindes.
Die Ziele des Feng Shui sind, Störfaktoren zu beseitigen und das freie Fließen der Lebenskraft Chi sowohl in den Räumen als auch im Körper zu ermöglichen. Feng Shui hat die Aufgabe, einen Ausgleich zu schaffen und eine harmonische Umgebung, also lebendige Räume zu gestalten, in denen Menschen wachsen und gedeihen können. Mit Feng Shui können Sie Ihrem Kind helfen, sich seinem inneren Wesen gemäß zu entfalten. Um ein ganzheitliches Konzept zu verfolgen, gibt es eine Unterscheidung zwischen dem inneren Feng Shui (dem Menschen selbst) und dem äußeren Feng Shui (dem Umfeld, Raumgestaltung). Das äußere Feng Shui kann über die Gestaltung des Kinderzimmers (des Raumes in dem sich das Kind/ die Kinder verstärkt aufhalten) gefördert werden.
Schon kleine Veränderungen - an den richtigen Stellen durchgeführt - begünstigen die Harmonie in den Räumen und in der Folge auch im Leben der Bewohner.
Kinder sind in der Regel lebhaft, aktiv oder, um in Feng-Shui-Begriffen zu sprechen, "Yang". Sie brauchen zum Beispiel nicht kräftig - anregende Farben, sie können sogar durch ein Zuviel davon allzu sehr aufgeheizt werden, besonders, wenn weitere Reize dazukommen.
Kinder sind außerdem sensibel für Einflüsse der Umgebung. Seit Urzeiten ist es dem Menschen eingeprägt, dass spitze Gegenstände, die auf seinen Körper gerichtet sind, Gefahr bedeuten. Probieren Sie es aus - stellen Sie sich vor die Kante eines Schranks oder vor die spitze Ecke eines Tisches und spüren Sie. Dann treten Sie einen Schritt zur Seite und spüren jetzt den Unterschied. Abgesehen von der Verletzungsgefahr bergen die scharfen Ecken und Kanten auch die Gefahr einer ständigen energetischen Schwächung durch unbewusste Anspannung. Wenn beispielsweise ein solches Regal nahe beim Bett steht und die Kante auf die schlafende Person zeigt, dauert dieser schwächende Einfluss die ganze Nacht an. Zusätzliche Unruhe geht von den Gegenständen im Regal aus, die zum aktiven Tun einladen – obwohl doch das Kind ruhig schlafen soll.
Die Gestaltung des Kinderzimmers kann also wesentlich zur harmonischen Entwicklung des Kindes beitragen.

Tipps:

Hier einige Tipps, um das äußere Feng Shui im Babyzimmer zu optimieren:
• Der Grundriss des Raumes sollte möglichst rechteckig oder quadratisch sein – außerdem groß genug, damit das Kind genug Raum hat sich frei zu entwickeln.
• Das Babyzimmer sollte möglichst viel Bewegungsfreiheit zum Spielen bieten, damit sich das heranwachende Baby frei entfalten kann. - Das Kinderzimmer ist ein Allzweckraum, der zum Spielen, Träumen, Verstecken, Lernen, Musikhören, Schlafen sowie dem gemeinsamen und glücklichen Großwerden dient.
• Es sollte ein eigener möglichst heller Raum mit viel Tageslicht sein. Durchgangszimmer sind nicht so ideal.
• Das Licht kann auch durch gute Beleuchtung und Farbgestaltung sowie harmonische Gestaltungsmittel unterstützt werden. Ein zur Nordseite angelegter Raum oder ein Raum, wo die Sonne nicht eindringen kann, ist weniger geeignet, da dort die Yang-Energie, die Wachstum und Entwicklung fördert, sich nicht so gut entfalten kann.
• Sorgen Sie für viele warme und behagliche Elemente im Kinderzimmer. Zum Beispiel ein Himmelbettchen und viel Stoff sowie weiche und kuschelige Materialien. Sie geben dem Baby besonders viel Wärme und Geborgenheit. Das Bettchen darf also ruhig wie eine helle Höhle gestaltet sein.
• Ein schwerer Schrank oder ein anderes sehr wuchtiges Möbelstück sollte nicht direkt neben dem Babybettchen stehen, da dies unbewusst als Bedrängnis empfunden werden kann. Rücken sie deshalb schwere Möbelstücke mehr als einen Meter vom Babybettchen weg.
• Unbewegliche Einbauschränke sollten möglichst überhaupt nicht im Babyzimmer vorkommen. Dennoch sollten die Möbelstücke stabil sein, so dass das Baby sie nicht umreißen kann.
• Die Möbel sollten in hellen oder warmen Tönen sein (z.B. warme Hölztöne).
• Das Zimmer sollte generell nicht zu unruhig wirken: Außerhalb des Spielbereichs sollten daher heitere und sanfte Farben gewählt werden. Verzichten sie möglichst auf kräftiges rot im Schlafbereich, da dies schlafstörend wirken kann.
• Leichte fröhliche Farben sind für das Babyzimmer am geeignetsten. Gelb, blau, grasgrün, beige und generell Farben der Natur wirken beruhigend auf das Baby.
• Die Spielecke sollte in einem hellen Bereich des Zimmers liegen.
• Wenn ihr Baby unruhig wirkt, verzichten sie auf stimulierende Rottöne.
• Motive, Textilien und Spielzeug sollten Freude machen und dürfen auf keinen Fall aggressiv wirken.
• Das Bett darf nicht unter einem Fenster und auch nicht mit den Füßen zur Tür stehen.
Abschließend ist noch zu bemerken, dass es sehr wichtig ist, später die heranwachsenden Kinder unbedingt in die Raumgestaltung ihres kleinen Reiches einzubeziehen, denn Kinder wissen instinktiv sehr gut, was ihnen gut tut und was nicht, respektive wissen sie auch sehr gut, in welcher Raumgestaltung sie sich wohl fühlen werden.

B u c h t i p p s
KinderRäume - Wohnen mit Kindern herausgegeben von der Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen. In diesem Ratgeber erhalten Sie nützliche Tipps für eine kindgerechte Gestaltung Ihrer Wohnung/Ihres Hauses
Feng Shui für Kinder von Günter Sator, GU Verlag
Wohnen mit Feng Shui von Thomas Fröhling, Katrin Martin, Mosaik Verlag

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