SSL Verschlüsselung
 
 
 
 
Tipps TippsKollektion KollektionTextilien TextilienBaby BabyWohnen WohnenUnterwegs UnterwegsSpielen SpielenTop10 Top10
 
 
 
Unsere Zahlungsarten
Unsere Versandarten

Bewegung im Kindergartenalter

Unsere Kinder werden immer dicker, unbeweglicher und lernen das Schwimmen nicht mehr, weil man es in Freizeitbädern nicht können muss – was allerdings bei einem Besuch im nächsten See zum tötlichen Handicap werden kann. Glücklicherweise hat fehlende Bewegung im Kleinkindalter nicht immer so gravierende Folgen. Doch Kinder müssen sich bewegen. Das zeigen verschiedene Untersuchungen, wie folgend erläutert wird. Außerdem wird ein Bewegungskindergarten vorgestellt und den Abschluss bildet eine Übersicht darüber, was Kinder motorisch wann können.

Zuerst aber dazu, warum sich Kinder bewegen müssen. Was sind Beweggründe für Kinder?
Zunächst wären da einige körperliche Aspekte zu nennen: Kinder benötigen zum Aufbau ihrer organischen Funktionen eine tägliche Belastungseinheit von mind. 2 Stunden. Durch Bewegung wird die Entwicklung der Knochendichte positiv beeinflusst. Außerdem trainieren Kinder ganz unbewusst, was sie ein Leben lang können müssen beim Anfassen, Fühlen, Riechen, Hören und Sehen, beim Rangeln und Toben mit anderen, beim Balancieren, Klettern und Schubsen erfahren Kinder aktiv ihre Umwelt und ihren Körper. Bös kommt in seiner Untersuchung von 2003 zu dem Ergebnis, dass die motorische Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen in den letzten 25 Jahren mehr als 10% abgenommen hat.
Hinsichtlich der entwicklungspsychologischen Aspekte muss gesehen werden, dass Bewegung zunächst die einzige Möglichkeit der nonverbalen Kommunikation / des Ausdrucks psychoemotionaler Befindlichkeit (z.B. Säugling strampelt vor Freude) ist. So hüpft das kleine Kind spontan vor Freude, rennt, klettert, schaukelt, springt und tobt. Darüber hinaus entwickelt sich die Gehirnvernetzung über Sinnes- und Bewegungserfahrungen: Kinder mit mangelnden Erfahrungen auf diesem Gebiet kommen mit einem nicht ausreichend vernetzten Gehirn in die erste Klasse. Zudem hängen Sprache und Bewegung eng zusammen: der israelische Neurologe Kohin Raz fand heraus, dass Kinder, die schlecht lesen, durch Balancespiele gefördert werden können. In Intelligenztests und in einer Beurteilung ihrer Selbstsicherheit schnitten Kinder mit guten motorischen Leistungen besser ab als Kinder mit schlechten Motorikwerten – bei jüngeren finden sich viel engere Zusammenhänge zwischen Intelligenz und Motorik, wie Renate Zimmer belegte.
Weitere Aspekte, weshalb sich Kinder bewegen ist z.B. um Freude, Spaß und Lust dabei zu erfahren. Kunz wies in einer Studie nach, dass Kinder im Straßenverkehr verunglücken, weil ihnen die Bewegungsroutine fehlt. Außerdem purzeln Kinder, die (im Verein) Sport treiben, nicht auf der Straße herum und nehmen keine Drogen (= Suchtprävention). Nach der Meinung Breitheckers stellt Bewegung gar – neben Liebe, Zuneigung, Anerkennung, Lob, Wertschätzung sozialer Bindung und Spiel – eines der Grundbedürfnisse des Kindes dar.

Eine besondere Bedeutung hat die Bewegung in so genannten Bewegungs- oder Sportkindergärten, z.B. dem Bewegungskindergarten Christuskirche in Schweinfurt/Main. Dieser möchte zeigen, wie Bewegung in einem Regelkindergarten aussehen kann – es ist kein besonderer Sport-Kindergarten. In allen Räumen sind hier Bewegungsinspirationen zu finden: Kletterwände, Hängematten, eine Feuerwehrstange zwischen den Stockwerken… „Atmosphäre und Umgebung fördern Neugierverhalten, Kreativität, Spontaneität und Sozialverhalten, damit unsere Kinder zu selbstbewussten, gesunden und fröhlichen Menschen heranwachsen können.“ Auch der Garten lädt zu Bewegung ein: eine „echte Baustelle“, in der sich v.a. Jungs wohl fühlen oder echte Bäume zum Klettern, Himbeersträucher zum eigenen Ernten. Gelegentlich werden die Sporteinrichtungen örtlicher Vereine genutzt, z.B. zum Schwimmen oder Turnen. Selbst mit den Eltern wird hier ab und an Sport getrieben.

Bewegungsentwicklung im Kindergartenalter


Kinästhetische Wahrnehmung – Gelenk- und Muskelsinn

    3 Jahre
  • das Kind kennt sein Geschlecht
  • es versteht Wörter wie hinauf, hinunter, auf die Seite, drinnen, auf, über, unter
    4 Jahre
  • das Kind kriecht unter einen Gegenstand, ohne sich den Kopf anzustoßen
  • es kann unterschiedliche Gewichte fühlen
  • es ahmt Bewegungen mit dem Körper nach
    5 Jahre
  • das Kind streckt sich und kauert sich hin
  • es kann (nach Anfragen) vor-/rück-/ oder seitwärts gehen
  • sich vor oder hinter jemand/etwas hinstellen
  • es ahmt Bewegungen sehr gut nach
  • macht sich selber steif/schlaff
    6 Jahre
  • es weiß, was sich in der Mitte eines Raumes befindet


Grobmotorik – Bewegungsprogramm

    3 Jahre
  • das Kind geht problemlos
  • es hüpft mit beiden Beinen gleichzeitig
    4 Jahre
  • Kind hüpft weiter (ca. 25 cm)
  • es springt beispielsweise über einen Straßengraben/ein Loch
  • rennt sicher
  • balanciert über eine breit gezogene Linie
  • tritt einen Ball
  • sitzt still und konzentriert sich
  • steht für 3-5 Sekunden auf einem Bein
  • geht Treppen hinauf und hinunter, ohne sich an irgendetwas festzuhalten
    5 Jahre
  • das Kind geht entspannt mit schwingenden Armen
  • es steht ohne Hilfe auf einem Bein
  • es steht mit Unterstützung des Rückens auf – wie Erwachsene
  • es springt weiter (ca. 60 cm)
  • es hüpft auf einem Bein vorwärts
  • es macht einen hohen Sprung auf einem Sprungbrett
  • es rennt und tritt einen Ball
  • es rennt Treppen hinauf
    6 Jahre
  • Kind macht hohe Sprünge auf einem Sprungbrett
  • es steht für 8 – 10 sek. mit geschlossenen Augen auf einem Bein
  • es springt weit (ca. 75 cm)


Feinmotorik

    3 Jahre
  • Kind gießt Wasser in einen Krug
  • es baut einen Turm mit 8 Holzklötzchen
  • es hält einen Stift mit dem Kreuzgriff
  • es zeichnet mit dem ganzen Arm und hält Kreide mit aller Kraft fest
    4 Jahre
  • Kind beginnt mit Bewegungsabläufen in Handgelenk und Fingern
  • es hält Stift/Kreide mit den Fingern und dreht die Hand beim Zeichnen nach außen
  • es fängt einen großen Ball
  • es fängt einen kleinen Ball mit der hohlen Hand
  • es kann entlang einer Linie schneiden
  • bei den meisten Kindern ist klar, welche Hand dominiert
    5 Jahre
  • das Kind hält einen Stift zwischen Daumen und Zeigefinger fest
  • es lässt einen Ball gegen den Boden springen und fängt ihn mit beiden Händen
  • es malt mit dem Pinsel, ohne den Stiel gegen das Papier zu drücken
  • es streckt die Hände aus, um einen kleinen Ball zu fangen
  • es schneidet Zickzacklinien, Kreise, Wellen
  • es wirft schwere Bälle und fängt sie
    6 Jahre
  • das Kind streicht Butter und schneidet Brot
  • es berührt mit dem Daumen die Fingerspitzen
  • es kann den Daumen quer über die Hand legen
  • es wirft einen schweren Ball gegen die Wand oder in die Luft und fängt ihn auf
  • es schneidet Figuren aus
  • der Griff mit Daumen und Zeigefinger wird genauer
  • eine Hand dominiert
Zurück
Uns gibt es auch in den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter:
Facebook
Twitter