Sicherlich genießen Sie (fast) jeden Augenblick mit Ihrem Baby. Ihr Kleines auch. Eine besondere Art der Kontaktaufnahme und –pflege nach den ersten Tagen ist die Babymassage. Während der Schwangerschaft war Ihr Baby monatelang warm und kuschelig geborgen. Mit seiner Geburt wird das kleine Wesen von einer Minute auf die andere mit einer Flut von Reizen wie Licht und Lärm konfrontiert. Durch die Massage erleichtern Eltern dem Neuankömmling den Übergang vom Mutterleib in unsere Welt.
Vom Augenblick seiner Geburt an, beginnt das Kind, die Eltern kennenzulernen - ihren Geruch, ihre Stimme, ihr Gesicht. Babymassage trägt einen entscheidenden Teil dazu bei, dass Eltern und Kind einander besser verstehen und somit eine engere und aktivere Beziehung aufbauen. Die Babymassage kann zu einem Kommunikationsmittel werden, das Ihnen während Ihres gesamten Elternseins zur Verfügung steht. Ein stiller Dialog der Liebe zwischen Ihnen und Ihrem Baby.
Sanfte Berührungen sind nicht nur eine wichtige Basis für eine innige Eltern-Kind-Beziehung, sie können die gesamte geistige und körperliche Entwicklung des Babys positiv beeinflussen. Im Vordergrund steht die Wahrnehmung des eigenen Körpers durch das Baby. Babymassage fördert jedoch nicht nur das körperliche und emotionale Wohlbefinden nachhaltig, sie stabilisiert auch Atmung und Kreislauf. Eine Massage wirkt sich also beruhigend auf aufgeregte Kinder aus. Durch die Berührung der Haut erreichen verschiedene Reize, die über Nervenbahnen weitergeleitet werden, das Gehirn. Nach medizinischer Ansicht entwickeln Säuglinge durch die Massage einen geregelteren Schlafrhythmus und finden somit einen längeren und gesünderen Schlaf. Babymassage regt außerdem die Verdauung an. Und auch das Immunsystem wird stimuliert. Die Babymassage unterstützt also die Gesamtentwicklung des Babys.
Die Babymassage ist ein Ritual für die ganze Familie: sie kann von Mutter, Vater oder auch von älteren Geschwistern durchgeführt werden.
Man sollte sich dazu etwa 10 bis 20 Minuten Zeit nehmen. Für Babys unter einem Monat ist oft auch eine kurze Massage von wenigen Minuten völlig ausreichend. Der Zeitpunkt der Massage sollte so gewählt werden, dass das Baby weder hungrig noch extrem müde ist. Da das Baby nackt ist, sollte die Raumtemperatur etwa 25° C betragen, um eine schnelle Auskühlung des kleinen Körpers zu vermeiden. Für die Massage verwendet man am besten reine Pflanzenöle (Reformhaus). Der beste Effekt wird erzielt, wenn das Öl zwischen den Händen gerieben wird, bis diese ganz warm sind. Dann sind die Berührungen für das Baby besonders angenehm.
Die Massage ist am einfachsten durchzuführen, wenn das Baby auf dem Rücken auf den Oberschenkeln der Mutter oder des Vaters liegt. Die Sitzposition sollte bequem gewählt werden, um so eine für sich und das Baby entspannte Atmosphäre zu schaffen.
Sie können vom ersten Tag an mit sanften Streichelbewegungen beginnen, später mit festeren, geübten Griffen (ein Streicheln mit den Fingerspitzen würde das Baby eher kitzeln und es zum Schreien animieren). So zerbrechlich, wie sie auf den ersten Blick aussehen, sind diese kleinen Geschöpfe gar nicht – im Gegenteil: Babys lieben es, fest und sicher berührt zu werden, das gibt auch ihnen ein Gefühl der Sicherheit.
Wichtig: die Massage sollte immer weg vom Herzen erfolgen!
Die Massage beginnt mit dem Ausstreichen des Gesichtes. Langsam und gleichmäßig wird mit beiden Händen von der Nase über die Wangen gestrichen. Dann mit beiden Händen von der Stirn über die Schläfen streichen. Danach wird der ganze Körper ausgestrichen: Beide Hände werden auf die Stirn gelegt. Langsam gleiten sie über Wange, Schulter, Arme, Hüfte und Beine. Dabei werden die Arme und Beine leicht an den Körper gedrückt. Platzieren Sie als nächstes das Baby mit dem Bauch nach oben auf Ihre Oberschenkel, um das Bäuchlein zu massieren. Abwechselnd wird mit einer Hand von der Schulter über die Brust und den Bauch bis zum gegenüberliegenden Bein gestrichen (linke Schulter, rechtes Bein und umgekehrt). So streicht man abwechselnd mit beiden Händen kreuzweise über den ganzen Körper.
Wenn Sie den Rücken massieren, können Sie das Baby über Ihre Schultern oder quer über die Beine legen. Zuerst streicht man langsam mit beiden Händen quer den gesamten Rücken entlang. Danach wird beim Nacken beginnend über den gesamten Rücken und die Beine bis zu den Füßen ausgestrichen.
Massage der Gliedmaßen - Um Hände und Füße zu massieren hält man mit der einen Hand einen Fuß bzw. eine Hand des Babys. Mit dem Daumen der anderen Hand streicht man mit einem kleinen Druck vom Ballen zu den Zehen bzw. Fingern. Besonders bei Frühgeborenen unterstützt dies die Feinmotorik der Hände und Füße.
Um die Beine zu massieren legt man das Baby auf den Rücken. Mit einer Hand wird ein Oberschenkel umfasst. Dann zieht man die Hand langsam bis zum Fuß. Bevor das Beinchen losgelassen wird, umfasst die andere Hand bereits wieder den Oberschenkel. Abwechselnd ziehen beide Hände über das Bein des Babys. Anschließend ist das andere Bein an der Reihe.
Um die Arme zu massieren, wird das Baby auf die Seite gelegt. Dann wird ein Arm mit einer Hand umfasst. Langsam zieht man seine Hand vom Oberarm bis zum Handgelenk des Babys. Bevor die eigene Hand das Baby loslässt, umschließt man mit der anderen Hand bereits wieder den Oberarm des Babys. Abwechselnd streichen die Hände über Babys Arme.
Auch die Eltern können nur profitieren, wenn sie regelmäßig körperlichen Kontakt zu ihrem Baby haben, besonders wenn sie am Anfang noch unsicher sind, etwas „falsch“ zu machen. Um auch wirklich ein Wohlbefinden des Babys zu erreichen, ist es wichtig, seine Signale nicht zu übergehen: Hören Sie daher auf, wenn das Baby anzeigt, dass es genug ist. Wenn das Baby zufrieden gluckst und gurrt, ist das der beste Beweis, dass man es richtig macht. Sie werden schnell erfahren, was Ihrem Baby Spaß macht und ob es bestimmte Massagegriffe nicht mag. Wichtiger als jede Technik ist jedoch die körperliche und seelische Verbundenheit mit dem Kind.
B u c h t i p p s
Babymassage. Berührung, Wärme, Zärtlichkeit. Von Christina Voormann, Govin Dandekar
Babymassage. Praktische Anleitung für Mütter und Väter. von Vimala Schneider
Schmetterling und Katzenpfoten. Sanfte Massagen für Babys und Kinder; von Margarita Klein, Thomas Harms (Mitarbeiter), Horst Lichte (Illustrator)
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