SSL Verschlüsselung
 
 
 
 
Tipps TippsKollektion KollektionTextilien TextilienBaby BabyWohnen WohnenUnterwegs UnterwegsSpielen SpielenTop10 Top10
 
 
 
Unsere Zahlungsarten
Unsere Versandarten

Kasperletheater

Den guten alten Kasperle finden Kinder immer noch spannend – wenn er in geeigneter Weise an sie herangetragen wird. Und wie die Kinder Ihren Kasper und Ihre Aufführungen lieb gewinnen, soll Ihnen der folgende Artikel näher bringen.

Wie gestalte ich die Kulissen?

Kulissen sind schön, aber nicht unbedingt notwendig. Kinder entwickeln genügend Phantasie, sich den Hintergrund auch ohne Kulissen vorzustellen. Infolgedessen genügt oft ein einfarbiges Laken als Hintergrund. Möchten Sie nicht ganz auf Kulissen verzichten, können Sie sich ein Grundsortiment zusammenstellen, das Sie immer wieder benutzen können:
• ein kleines Haus
• eine Stube mit Tisch und Stühlen
• ein Dorfplatz mit Brunnen und Häusern
• eine Blumenwiese
• ein Wald
• ein Schloss
• ein Hexenhaus
• eine Räuberhöhle
Den Hintergrund sollten Sie so einfach wie möglich zeichnen, denn zu viele Details lenken vom Spielgeschehen ab.

Welche Figuren gibt es?

Kasperle ist die Hauptfigur jeden Kaspertheaters. Er ist mutig, aber kein Angeber. Er darf auch mal ängstlich sein und dies auch zeigen – mit Hilfe der Kinder siegt er jedoch und mit ihm das Gute. Kasperle ist nett und gescheit, aber kein Wichtigtuer. Er hat tolle Ideen, fragt aber gern die Kinder um Rat und ist für jeden Tipp dankbar. Wenn Kasper einmal lügen oder jemanden ärgern muss, tut es ihm hinterher sehr leid.
Seppel ist Kaspers bester Freund. Und für ihn würde er alles tun. Seppel schläft und isst für sein Leben gern. Er verspricht sich oft und kann sich Namen schlecht merken. Schämt er sich oder ist er ängstlich, stottert dieser sympathische Feigling.
Gretel ist die Freundin von Kasper und Seppel. Sie ist gutmütig, immer nett und weint, wenn etwas Schlimmes passiert – steht aber bei jeder Gefahr ihren Mann. Sie singt gern und macht gerne einmal einen Spaß auf Seppels Kosten.
Großmutter ist eine richtige Bilderbuchoma, die die drei Freunde am liebsten mit ihren Back- oder Kochkünsten verwöhnt. Sie ist nett, spricht leise und kann den Kindern nicht böse sein.
Die Prinzessin ist wunderschön und dabei kein bisschen eitel. Sie hat eine sanfte, höfliche und immer freundliche Art. Über ihre königlichen Augen kullern ab und an ein paar Tränchen, die ihre Freunde aber schnell wegzuwischen vermögen.
Der Räuber ist ein richtiger Halunke, der klaut, was nicht niet- und nagelfest ist. Weil er genauso laut schnarcht und fast so viel isst wie Seppel, bekommen sich diese zwei oft in die Haare. Er genießt die Angst, die er verbreitet, möchte andererseits aber auch gern dazugehören. Allerdings ist er nicht richtig böse und darf deshalb manchmal am Schluss sogar mitfeiern.
Die Hexe kann unterschiedlich sein: meist ist sie schlecht gelaunt, mag keine Kinder und verhext irgendetwas oder irgendjemand.
Der Wachtmeister freut sich jedes mal auf´s neue, wenn Kasper und seine Freunde ihm helfen, den Räuber einzusperren. Er ist immer in Eile, weil er denkt, im Dorf passiert etwas.
Andere Figuren: kommen je nach Stück vor, z.B. der Osterhase, der Nikolaus, ein König oder andere Tiere.

Wie sprechen die Puppen?

Es ist empfehlenswert, beim Kasperle die Stimme nicht zu verstellen, denn dadurch wirkt er natürlicher. Auch der Seppel spricht normal - wer begabt ist, kann seiner Stimme einen leicht dümmlichen Klang verleihen. Gretel spricht sanft und die Prinzessin sehr hoch. Großmutters Stimme ist leise. Der Räuber spricht tief und bedrohlich. Die Hexe krächzt und kichert. Der Wachtmeister redet in einer tieferen Stimmlage.
Kasper und Seppel werden am besten von zwei verschiedenen Personen gespielt, die dann jeweils noch eine Figur mit einer verstellten Stimme übernehmen. Achten Sie darauf, dass eine Person NICHT zwei schwierige Stimmen sprechen muss, die sich eventuell miteinander unterhalten, z.B. Hexe und Prinzessin, denn das wird auf die Dauer zu anstrengend. Holen Sie Luft, wenn Sie mit einer neuer Puppe beginnen und machen Sie öfter Pause, dann bemerken die Kinder nichts von der Verstellung.
Noch ein entscheidender Hinweis: Sprechen Sie immer langsam, deutlich und laut!

Was kann ich vorbereiten?

Um Spannung zu erzeugen oder zu erhöhen, stellen Sie sich am besten ein Xylophon oder einen Kassettenrekorder/CD-Player mit unheimlicher Musik bereit. Falls Sie andere Figuren benötigen oder Verkleidungen im Spiel stattfinden, legen Sie sich alle nötigen Utensilien vorher hinter der Bühne zurecht. Gestalten Sie Ihr Bühnenbild möglichst ungesehen von den Kindern, dann ist die Wirkung bei Spielbeginn um so besser. Verzauberungen gewinnen mit aufsteigendem Rauch ungemein an Faszination. Dazu nehmen Sie eine leere Plastikflasche mit schmaler Öffnung, füllen Sie mit Mehl oder Schneiderkreide und drücken in der Szene fest drauf (am besten probieren Sie das vorher einmal aus).

Wie fange ich an?

Fast alle Stücke beginnen mit dem berühmten „Tri-tra-trulla-la, tri-tra-trulla-la, der Kasper, der ist wieder da“ (oder so ähnlich). Es sind aber auch andere Begrüßungen möglich, z.B.:
• die Kinder auf eine Situation ansprechen, zu der der Kasper erscheint, z.B. Fasching: „Warum seht ihr denn heute so lustig aus?“
• den Kindern zum Anlass des Spiels ein Rätsel stellen, z.B. „Wer kommt durch den Schnee gestapft, trägt einen Sack arg schwer, hat einen Rauschebart – sagt mir, liebe Kinder, wer?“
• den Vorhang aufziehen und laut „Hau ruck, hau ruck!“ rufen

Wie kann ich gleichzeitig lesen und spielen?

Zunächst einmal ist wichtig, dass Sie Ihr Stück und dessen Handlung sehr genau kennen, denn nur dadurch gelingt es Ihnen, flüssig und frei zu Ihrem Publikum zu sprechen. Es ist unwichtig, ob Sie sich strikt an den Text halten oder ihn nur als roten Faden benutzen. Sind Sie ein Puppenspielneuling oder unsicher, kann es hilfreich sein, den Text auswendig zu lernen. Allerdings besteht hier die Gefahr, dass man zu fest am Text festhält und so nicht richtig improvisieren und auf die Kinder eingehen kann. Den Text kann man außerdem hinter der Bühne auf Augenhöhe z.B. an einem Seitenteil anheften oder auf einen Tisch bereit legen. Die wichtigsten Passagen, auf die man nicht verzichten möchte, kann man sich zur besseren Orientierung rot markieren.

Wie werden die Kinder mit einbezogen?

Das Besondere des Kaspertheaters ist die Mitwirkung der Kinder. Kinder sollen während des Spiels mitdenken, mitfühlen und mithelfen. Kasper und Co. freuen sich über jede Mithilfe der Kinder und das Selbstbewusstsein der Kinder wird ebenfalls gestärkt, wenn sie geholfen haben, den Räuber zu schnappen. Deshalb wenden sich die Puppen immer wieder mit Fragen an ihr Publikum: „Kinder, habt ihr das gehört? Was hat der Seppel gesagt?“ Sie müssen allerdings genau darauf achten, auf welche Vorschläge Sie eingehen, denn wenn es zu viele sind, verliert man leicht den roten Faden und/oder es kann unruhig werden – und Kinder verlieren das Interesse, wenn sie nichts mehr verstehen. Dann kann man die Aufmerksamkeit auch wieder durch Spannung „Pssst, Kinder, hört ihr das auch?“ oder ein erschrecktes „Oje, was war denn das?“ zurückgewinnen. So gehört die Aufforderung zum Spiel und die Kinder fühlen sich nicht ermahnt.

B u c h t i p p s :

Magda Schubert (1993): Kasperl verzaubert uns
Spieltexte für Kinder von 3-8: Die Autorin baut ihr Buch chronologisch auf: zuerst kommen Stücke für die ganz Kleinen und zum Schluss Stücke für Kaspertheater in der Schule, z.B. auch ein englisches Stück mit Punch and Judy.
Silvia Klimke/Monika Meyer (2001): Mit Kasperl durch's Jahr 18 neue Stücke für Kinder von 3 bis 8: Nach allgemeinen Tipps zum Puppenspiel finden Sie in diesem Buch schöne Stücke für jede Jahreszeit - da hoppelt bei Kasperle auch schon mal der Osterhase vorbei.
Ursula Lietz: Die schönsten Kasperlestücke. Für Kinder ab 3 Jahren. Nach allgemeinen praktischen Tipps zum Kasperletheaterspielen findet der Puppenspieler 14 Stücke zu verschiedensten Themen.

Zurück
Uns gibt es auch in den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter:
Facebook
Twitter